Herausforderungen und Wandel der Führungskraft in Zeiten der Pandemie

 

Die Grundbedingungen des menschlichen Lebens haben sich stark verändert. Wir leben heute in derselben Welt, aber nicht mehr in derselben Zeit. Die Unternehmen in Deutschland sind aufgrund der Pandemie vermehrt gefordert, die mobile Arbeit, insbesondere im Home-Office, für ihre Beschäftigten auszuweiten. Dies belegen mehrere aktuelle Studien. Unter anderem berichtet das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), dass 42 % der befragten Unternehmen aufgrund der Erfahrungen in der Coronakrise mehr Home-Office anbieten wollen.

 

Aktuell findet in vielen Unternehmen eine grundlegende Veränderung der Unternehmenskultur statt. Beschleunigt durch die Pandemie, ebenso wie die zunehmende Digitalisierung und den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie, entwickelt sich zunehmend eine Flexibilisierung der Arbeitswelt.

 

Im Zuge dessen setzen sich viele Unternehmen mit der Gestaltung von Home-Office und mobiler Arbeit auseinander. Betriebsvereinbarungen und rechtliche Fragestellungen, Verantwortlichkeiten und vor allem Fragen zur Ausstattung des Arbeitsplatzes stehen dabei häufig im Fokus. Es verdient jedoch ein weiteres Handlungsfeld besondere Aufmerksamkeit. Führung auf Distanz als Routine zu etablieren.

 

Führung im Home-Office ändert sich vor allem in Bezug auf die Art und Weise der Kommunikation, die Führungsmechanismen und die Rolle und Haltung der Führungskraft. Die Kommunikation zwischen Führungskraft und Beschäftigten muss über verschiedene Kommunikationskanäle wie beispielsweise E-Mail, Telefon, Videokonferenz oder Chat stattfinden.

 

Es gilt dabei auch darum, ein neues Technologieverständnis zu fördern. Gezielt Impulse zu setzen, Anreize zu schaffen. Innovationsmanagement und Agile Methoden zu installieren und vor allem auch die Annahme des Wissens bei älteren Mitarbeitern zu fördern.

 

Führung auf Distanz im Home-Office basiert also auf dem Prinzip des Führens über Ziele und ist eine indirekte Steuerungsform. Es ist ein neues Selbstverständnis als Führungskraft. Einhergehend mit der Frage nach neuen Konzepten, flexibler Organisation und dem Lernen, mit Veränderungen umzugehen.

 

Als Führungskraft stellt man sich aktuell vielerlei Herausforderungen: man darf keine Ängste schüren, sollte alle mitnehmen, einander zuhören, Maß und Balance halten, ein freundliches Umfeld schaffen und Veränderung als Chance begreifen.  Die Praxis zeigt, dass diese Art der Führung hohe Anforderungen an das Verhalten der Führungskräfte und an das Selbstmanagement der Beschäftigten stellt. Es bietet die Chance, dass sich dies positiv auf die Arbeitszufriedenheit und Gesundheit aller Beteiligten auswirkt, weil Autonomie und Handlungsspielräume zunehmen.

 

Ein wichtiger Aspekt ist hierbei auch, gemeinsam in die Weiterbildung zu investieren. Das erwirtschaftete Kapital gezielt auch in die Gesundheit der Mitarbeiter zu re-investieren, auch mental  - offen und lösungsorientiert. Bei allem Wandel müssen Führungskräfte auch die Grenzen wie die Grundbedürfnisse ihrer Mitarbeiter erkennen. 

 

Dem Wertegerüst der Unternehmen kommt hier eine große Bedeutung zu. Es gilt Respekt und Fairness im „virtuellen“ digitalen Umgang miteinander zu etablieren. Leadership in diesen virulenten Zeiten bedeutet vor allem auch Unsicherheiten zu erkennen und Vertrauen zu schenken, insbesondere auch durch eine offene und transparente Kommunikation.

 

Konstante virtuelle Treffen der Führungsebene sind dabei Voraussetzung, um gemeinsam zu lernen, mit dem new normal zu leben. Anstelle von Reisen den virtuellen Austausch fördern. Offene Diskussion, virtuelle Kundenbesuche.  Es gilt gemeinsam zu lernen, wie man zukünftig zielführend mit dem digitalen Werkzeug umgeht. Vieles was unmöglich schien, ist heute Normalität geworden.

 

Dieses Wissen sollte gezielt an die Mitarbeiter vermittelt werden, um Unternehmenswerte weiterzuentwickeln. Es gilt aus Fehlern zu lernen. Diese selbst reflektierend in zukünftige Stärken umzuwandeln. Die Lernbereitschaft zu motivieren und vor allem als Grundlage und Basis für alles - eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen.

 

Die Herausforderung ist groß, als Führungskraft hier die notwendige Balance zu finden zwischen notwendiger Unterstützung, Grenzziehung und gleichzeitiger Gewährung der für die Arbeit im Home-Office so wichtigen Ressourcen wie Handlungs- und Entscheidungsspielräume für die Beschäftigten.

 

Führung sollte aktiv an diese neue Form des flexiblen Arbeitens angepasst werden. Die beschriebenen Punkte Kommunikation, Führungsmechanismen und insbesondere kulturelle Fragestellungen zur gelebten Rolle von Führung im Unternehmen sollten dabei betrachtet werden. Hier können zum einen Qualifizierungsmaßnahmen für Führungskräfte helfen, die die veränderten Anforderungen an Führung, wie beispielsweise die Gestaltung der Kommunikation auf Distanz und Führung über Ziele, thematisieren.

 

Darüber hinaus bedarf es aber eines weiterführenden Diskurses innerhalb des Unternehmens, der den notwendigen Wandel der Rolle von Führungskräften in den Blick nimmt. Die Veränderung von entsprechenden „Mindsets“ ist ein Lernprozess, dem Zeit und gemeinsame Erfahrungen eingeräumt werden müssen. Ziel sollte sein, ein neues Verständnis der Führungsaufgabe zu etablieren, die nicht mehr darin besteht, bei Problemen direkt mit neuen Vorschriften und Anweisungen zu reagieren, sondern gemeinsam im Team den besten Weg zur Zielerreichung zu finden.

 

Ausgehend von einem gesunden Verständnis von Führung und Leistung, einem vertrauensvollen Miteinander und transparenter Kommunikation, können auf diese Weise alle von der zunehmenden Freiheit des flexiblen Arbeitens profitieren. Langfristig besteht die Chance, dass das gesamte Unternehmen seine Führungskultur überdenkt und die Veränderung als Chance begriffen wird.

 

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.“ (Heraklit)

 

Wir begleiten und beraten Sie auch zukünftig gerne in diesen Zeiten des Wandels als Ihr kompetenter Ansprechpartner bei der Suche und Auswahl geeigneter Führungskräfte, deutschlandweit wie international in Kooperation mit unserem langjährigen Partner IRC Global Executive Search Partners mit über 80 Büros, in 45 Ländern, auf 6 Kontinenten.

 

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

 

Ihre

Susanne Wagner

 

s.wagner@friedrichs-partner.com

Tel.: +49 (0) 40 – 4192 7933

 

 

  

P.S.: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit der Beiträge wird jeweils die "männliche" Formulierung gewählt.

Es sind aber natürlich stets alle 3 Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung angesprochen.

 

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