CEO's internationaler Firmen: Halten und Gewinnen von Mitarbeitern wird das größte Geschäftsrisiko

 

Im jüngsten „Global CEO Outlook“ von KPMG zeigt sich, dass die Corona Pandemie die Sichtweise internationaler CEO's einschneidend verändert hat.

 

Bewerteten die CEO's in der vorangegangenen Umfrage Anfang 2020 (vor Corona) noch das Halten und Gewinnen von Mitarbeitern eher nachrangig im Vergleich zu Klimawandel, Handelspolitik und Cybercrime, so sehen dieselben CEO's heute Personalfragen als größtes Geschäftsrisiko.

 

Warum ist das so?

 

Eigentlich sind derzeit ja viele Unternehmen eher mit Personalabbau als mit groß angelegten Neueinstellungen beschäftigt.

 

Doch die CEO's richten ihren Blick über die aktuelle Situation hinaus und prophezeien für die nächsten Jahre einen noch härteren Kampf um die besten Talente.

 

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt, Solidarität und gegenseitige Hilfsbereitschaft in kritischen Unternehmenssituationen sind. Die CEO's haben das hautnah miterlebt und während des Lockdowns den nun deutlich engeren Kontakt mit den Mitarbeitern sehr schätzen gelernt.

 

Gleichzeitig wird die Digitaltechnik weiter ausgebaut, weil sich Home-Office-Arbeit in der Krise eindeutig bewährt hat und auch künftig auf mobiles Arbeiten und Videokonferenzen gesetzt wird.

 

Dieses fortgesetzte dezentrale Arbeiten führt dazu, dass die Unternehmenskultur schwieriger zu entwickeln und umzusetzen ist - die Mitarbeiter sind verteilt, sehen sich seltener und haben keine gemeinsame lokale Basis. Unter diesen neuen Bedingungen kann Unternehmenskultur ihre Wirkung nur schwer entfalten.

 

In Zukunft wird die Unternehmenskultur aus Sicht der CEO's jedoch noch stärker über den Erfolg und Misserfolg entscheiden.

 

Aus diesem Grund wollen knapp 80 % der CEO's ihren „Purpose“ grundlegend überarbeiten – den tieferen Sinn, der hinter ihrem Unternehmen, seinem Auftreten und seinen Produkten steht.

 

Eine „sinnhafte Unternehmenskultur“ trägt erfahrungsgemäß maßgeblich dazu bei, Mitarbeiter nachhaltig zu binden.

 

Diese Mitarbeiterbindung ist umso wichtiger, da künftig dringend benötigte Experten nicht mehr zwingend an den Firmensitz umziehen müssen. Das verstärkte Homeworking führt dazu, dass der Kreis der potenziell neuen Fachkräfte deutlich größer wird – einschließlich ausländischer Arbeitskräfte.

 

Umgekehrt ist aber auch die Gefahr des Abwerbens von Mitarbeitern deutlich höher, weil Mobilität künftig immer seltener erforderlich sein wird. Das verschärft logischerweise den Kampf um die besten Talente.

 

Viele Unternehmen wissen um diese Bedrohung und versuchen deswegen, ihr Recruiting auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten.

 

Die Unternehmensberatungen wie McKinsey, Boston Consulting oder Bain machen es vor. Die Berater wissen: Wenn die Wirtschaft wieder anzieht und damit auch ihre Auftragslage, brauchen sie genügend gute Leute.

 

Im KPMG-Report erwarten die CEO's zudem eine stärkere Regionalisierung der Wertschöpfungsketten.

 

Verbunden mit dem steigenden gesellschaftlichen Druck näher am Heimatstandort zu produzieren, wird der Bedarf an Fachkräften in Deutschland weiter ansteigen und den Kampf um Leistungsträger/innen forcieren.

 

Deutliche Fingerzeige, die darauf hinweisen, dass auch während der Corona-Krise langfristige Entwicklungen und Herausforderungen nicht aus dem Blick geraten dürfen.

 

Die Arbeitswelt verändert sich derzeit tiefgreifend.

 

Das bereits bekannte Werben um die besten Kräfte wird aber unverändert bleiben – und in „der neuen Normalität“ sogar noch an Intensität zunehmen.

 
 

Ihr

Mathias Friedrichs

 

m.friedrichs@friedrichs-partner.com

Tel.: +49 (0) 211 – 57 73 00

 

 

 

P.S.: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit der Beiträge wird jeweils die "männliche" Formulierung gewählt.

Es sind aber natürlich stets alle 3 Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung angesprochen.

 

Quellen:

KPMG - „Global CEO Outlook“ 

Handelsblatt - Konzernchefs wollen bei den Büroflächen sparen

 

                        

 

 

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