Mehr als 20.000 Interviews - und immer wieder Überraschungen

Veröffentlicht
21. März 2026
Mehr als 20.000 Interviews - und immer wieder Überraschungen
Interviews - eine Faszination und meine Leidenschaft Ich liebe Interviews und die Vielfalt meiner Gespräche. Ab und zu sogar mit WOW-Effekt, Gänsehaut inklusive. Kennen Sie das auch?

Bereits als junger Personalberater bin ich stets mit Vorfreude und Neugier in jedes Interview gegangen. Ob die Kandidatin / der Kandidat wohl zur Vakanz passt und mich auch im persönlichen Gespräch überzeugt? Die Spannung war stets da.

 

Erste Interviewerfahrungen als junger Berater

Zu Beginn meiner Zeit als Executive Search Berater habe ich viele Young Talents interviewt - das war eine ganz besondere Herausforderung, da ich dann im selben Alter wie die Kandidatinnen und Kandidaten war.

Entsprechend kritisch wurde ich erstmal von meinen Gegenübern beäugt und musste mir selbst auch im Gespräch Akzeptanz erarbeiten.

Sehr ähnlich war es bei den vielen älteren Kandidatinnen und Kandidaten, die ich in meinen ersten Beratungsjahren interviewt habe.

Es war für Sales Director, HR Director, Geschäftsführer/innen usw. natürlich erstmal gewöhnungsbedürftig, von einem deutlich jüngeren Berater interviewt und letztlich auch „bewertet“ zu werden.

Für mich war mein Erfolgsrezept immer eine gründliche Vorbereitung und respektvolle Augenhöhe. Ich wollte stets den Werdegang der Gegenüber wirklich kennen, mich dafür authentisch interessieren und wirklich passende Fragen stellen.

Das war stets die Basis für die schnelle Akzeptanz - neben einem Interview, das stets auf Augenhöhe erfolgt.

Von Beginn an hatte jedes Interview seine eigene Dynamik und lebte durch die Menschen, die ich im Zeitrahmen von 60 - 90 Minuten möglichst gut kennenlernen und einschätzen möchte.

Das ist heute noch so - nach mehr als 20.000 Interviews mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten, aus nahezu sämtlichen Funktionsbereichen.

 

Der seltene WOW-Moment im Interview

Heute noch ist jedes Interview für mich bereichernd, denn am Ende habe ich stets neue Eindrücke und Informationen gewonnen - als Ergebnis eines Austausches auf Augenhöhe.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Interviews sehr unterschiedlich laufen.

Ein Teil verläuft weniger gut, der Rest verläuft positiv.

Und ab und zu gibt es eben dann den WOW-Effekt.

Das sind Kandidatinnen und Kandidaten, die oft schon vom Lebenslauf „richtig“ interessant wirkten. Zusätzlich liefern diese Persönlichkeiten auch noch Interviews „wie auf Schienen“ ab, vom 1. Moment an. Einfach WOW.

In solchen ganz besonderen Gesprächen kann ich wirklich die komplette Checkliste meines Briefings abhaken. Es passt einfach alles, sogar bis ins kleinste Detail.

Das finale WOW-Gefühl entsteht schrittweise durch mein imaginäres Matching - wie gut passen die Persönlichkeiten dieser Interviewpartner/innen zu den Persönlichkeiten meiner Kundinnen und Kunden.

Durch das Briefing und insbesondere durch die meist langjährige Zusammenarbeit kenne ich meine Kundinnen und Kunden sehr gut. Ich kenne die Persönlichkeiten, die Erwartungshaltungen, die Prioritäten und noch vieles mehr, was für ein „Matching“ relevant ist.

Wenn alles total matcht, entsteht im Laufe des Interviews schleichend ein Kribbeln in meinem Bauch. Und buchstäblich Gänsehaut zum Ende des Interviews.

Volltreffer! 🎯

 

Warum selbst WOW-Kandidaten nicht immer überzeugen

Um meine Objektivität gegenüber allen Beteiligten nicht zu verletzen, behalte ich meine persönlichen WOW-Effekte natürlich zunächst strikt für mich.

Stattdessen beobachte ich aus meiner professionellen Distanz mit Spannung und Interesse, wie der weitere Prozess und Dialog verläuft.

Meistens sind diese „Volltreffer“ auch in den weiterführenden Interviews meiner Kundinnen und Kunden erfolgreich - dann ist es quasi ein Durchmarsch.

Meinen eigenen WOW-Effekt darf ich natürlich dann teilen, wenn auch meine Kundinnen und Kunden einen solchen WOW-Effekt erlebt haben. Der Austausch danach ist dann immer sehr spannend und anregend.

Interessanterweise kommt es aber auch vor, dass der WOW-Effekt in Zweitgesprächen nicht wiederholt werden kann und meine Kundinnen und Kunden in den Interviews unbeeindruckt bleiben.

 

Menschen bleiben immer wieder überraschend

Die Erkenntnis lautet: auch WOW-Kandidatinnen und -Kandidaten haben nun mal ihre Tagesform.

Aber genau das macht meinen Beruf auch so spannend und jedes einzelne Mandat hat seine eigene Dynamik und seine spezifische Entwicklung im Prozess.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Kandidatinnen und Kandidaten.

Menschen sind immer wieder für Überraschungen gut. 

Zum Glück.